Am 7.12.1946 ruft Jakob Bangel, vorher Vereinsführer, jetzt noch amtierender Vorsitzen­der, durch den Ortsdiener Christian Diehl eine Mitgliederversammlung ein. Die Versamm­lung gedenkt der gefallenen Sangesbrüder: Erich Rink, Rudi Treffenstädt, Rudolf Schiff­mann, und Willi Bangel. Durch eine Spende der Sangesbrüder werden die Frauen der kriegsgefangenen Sänger unterstützt. Die Versammelten beschließen, mit 34 aktiven Sän­gern unter der Chorleitung von Lehrer Schüler die Gesangsstunden wieder aufzunehmen. Am 25.2.1947 erteilt der Landrat die vorläufige Genehmigung, die noch durch die Militär­regierung bestätigt werden mußte.

Am 1. Weihnachtsfeiertag finden eine Kinderbescherung, eine Familienfeier mit Feier des 50jährigen Bestehens und die Ehrung von Wilhelm Söhngen für 50jährige Mitgliedschaft statt. Ein kleines Theaterstück: „Das verlorene Glück“ wird vorgeführt und findet großen Beifall (Laienspieler: Gisela Honig, Karl Guterding, Heinz Hamacher, Wolfram Schmalor, Karl Wallbott II, Angelika Heil ).

Als Lehrer Schüler nach Cleeberg versetzt wird, übernimmt 1948 wieder W. Töpfer die Chorleitung. Aus Altersgründen scheidet 1949 der langjährige Vorsitzende Jakob Bangel („Vater des Vereins“) aus dem Amt und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. August Heil wird sein Nachfolger. Er führt den Verein mit Geschick und Erfolg bis zum Jahre 1973. Vorsitzender A. Heil wird von allen als ein Mann des Ausgleichs geachtet. Er versteht es, durch seine verbindliche, liebenswürdige und humorvolle Art die Sänger zu motivieren und zu­sammenzuhalten. Man weiß heute, daß Singen ein gutes Training für die Atmung ist, aber der Kriegsgeneration bot das gemeinschaftliche Singen wahrscheinlich vor allem die Gele­genheit, emotional die Kriegserlebnisse verarbeiten zu helfen, Trauerarbeit zu leisten, die Gefühle fließen zu lassen und eine neue innere Harmonie zu finden.

Am 25. und 26. Juni 1950 veranstaltet der MGV sein, um drei Jahre verspätetes, 50jähriges Sängerfest. 21 Vereine nehmen teil. Während bereits beim Aufbau die Zelte durch einen Wirbelsturm flachgelegt werden, „meinte es der Wettergott nicht gut mit uns und gab uns seinen Segen von oben. Mit Donnern und Blitzen strömender Regen den ganzen Mittag so daß nicht einmal der Festzug aufgestellt werden konnte. Aber die alten Sänger ließen sich nicht beirren und gaben ihr Bestes aus der Kehle……Bis zur Dämmerstunde blieben die Sänger beieinander und schaukelnd verließen sie den Festplatz, Dreck bis an die Knie, feucht von innen und außen“ (W. Treffenstädt). Der Einsatz und die harte Arbeit werden belohnt durch breite Anerkennung und finanziellen Erfolg. Der Festzug wird montags nach­geholt.